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  Tradition der InteressenGemeinschaft der Ringreiter
Ringreiten
Tradition in der Elbe-Saale-Region
 

2013 | 2012 | 2010 | 2009 | 2007 | 2006

Pömmelter Dorffest festigt die Gemeinschaft und bringt viel Spaß 

Kalte Dusche für die Reiter ohne Wurst im Mund

Von Thomas Höfs
Elbe-Saale Rundblick, September 2013

   Pömmelte 41 Reiter bewarben sich am Sonnabend um den Titel des besten Ringreiters in der Ortschaft. Das sei genau die richtige Zahl, schätzte Ortsbürgermeister Thomas Warnecke ein. Noch etwas mehr Reiter und die Veranstaltung würde sich nur in die Länge ziehen.
   Dabei hatte für den Ortschef und die Reiter das Fest schon am Freitagnachmittag begonnen. Da waren sie ausgezogen bis vor die Tore Schönebecks, um Grünes für den Galgen zu holen. Am Sonnabend trafen sich die Reiter dann gegen 7 Uhr, schildert der Ortschef, um den Platz vorzubereiten.
   Nach dem Mittag kamen dann die Reiter im Dorf an. Nach einem ausgiebigen Umzug durch den Ort versammelten sich alle zum 156 Ringreiten. Manche Organisatoren waren schon bei einem Drittel der Veranstaltungen dabei, sagte der Ortschef. Die Pömmelter Reiter schlagen sich gut an diesem Nachmittag. Für einen Sieg reicht es aber trotzdem nicht. Der geht nach Nedlitz, heißt es vom Richtertisch. Erst auf dem dritten Platz nimmt ein Pömmelter Platz.
   Nach dem Ringreiten wird es feucht fröhlich auf dem Platz beim Würstchenschnappen. Aus einer mit Wasser gefüllten Schüssel müssen die Reiter das schwimmende Würstchen nur mit dem Mund erwischen. Ilka Bolowski und Undine Ritz wachen hinter den Schüsseln, dass keiner der Reiter schummelt. Wer kein Würstchen erwischen kann, wird mit dem Wasser übergossen. Wilde Szenen spielen sich auf dem kleinen Wagen ab. Nicht immer landet das Wasser bei den Reitern. Manche wissen sich auch geschickt zu wehren und taufen die Frauen.
   Bei den hochsommerlichen Temperaturen ist das aber keine Problem. Nach einer Verschnaufpause kommt der schönste Teil des Dorffestes am späten Nachmittag. Die Siegerehrung auf den Höfen ist eine alte Tradition in Pömmelte. Dabei geht es vor allem um die Gemütlichkeit. Die ausgezeichneten Reiter erwarten den Tross mit reichlich Bier auf ihren Höfen. Das sei das schönste Erlebnis am ganzen Tag, schätzt der Ortsbürgermeister das Ringreiten mit seinen Zeremonien sehr. Hätte ein Pömmelter das Ringreiten gewonnen, wäre die Siegerehrung wahrscheinlich noch schöner geworden. Aber auch so steht der Spaß und die Gemeinsamkeit beim Dorffest im Vordergrund.
   Gestern ging es übrigens sportlich weiter. Diesmal aber ohne Pferd, denn auf zwei Beinen spielten die Einwohner auf einem kleinen Platz um den Pokal des Bürgermeisters Fußball. Hier hatten auch alle ih ren Spaß, zeigte sich der Ortschef erfreut.
   Nur von einer kleinen Geschichte wurde die Veranstaltung überschattet. In der Nacht zum Sonnabend randalierten Jugendliche im Festzelt, schildert er weiter. Die namentlich bekannten Täter sollen angezeigt werden, kündigte er an. Denn der Schaden, den die Jugendlichen angerichtet haben, soll beträchtlich sein, schätzte der Ortschef ein. 

Stundenlang ermittelten die Reiter beim 156. Ringreiten die besten Reiter. 41 Starter gingen hierzu bei hochsommerlichen Temperaturen an den Start. Fotos: Thomas Höfs 
Hier hatte Ilka Bolowski nicht aufgepasst. Der Reiter war schneller und schüttete ihr das Wasser über den Körper. 
 




Pömmelter Reiterritual: „Grünes holen“

Am Vorabend des Dorffestes wird aus dem Zackmünder Busch Eichen- und Pappellaub geholt

Von Thomas Linßner
   Pömmelte „Ihr seid ja mehr Leute, als Grünes gebraucht wird“, witzelte ein Passant am Wegesrand. „Von uns arbeitet ja auch nur die Hälfte“, entgegnete Kutscher Waldemar Butschek schlagfertig.
   Was freilich nicht stimmte. Wie die Losgelassenen stürmten Jung und Alt in den Wald – so ist es seit Jahrzehnten Usus – um zu hacken und sägen, dass die Heide wackelt. „Wir schmücken Sonnabendmorgen den Ringreitgalgen damit“, erklärte Werner Riemer (62) von der Ringreit-Interessengemeinschaft. Wie Werner Thiemann (59) gehört er zu den Ältesten. Wobei die Tour in den Zackmünder Busch mehr als nur ein praktischer Vorgang ist – sie ist Ritual, mit Musik und geistigen Getränken auf der Rückfahrt.
   Wie sich Werner Riemer erinnerte, hatten früher Kinder dabei nichts zu suchen. „Wir durften erst mitkommen, als wir älter waren.“ Auch galt das Mitmachen beim Ringreiten als unschicklich. Vor 50 Jahren war dieser Männersport den gestandenen Kerlen vorbehalten.

   Heute versuchen die Pömmelter freilich, den Nachwuchs für ihre Nachfolge zu erwärmen. Und der war begeistert bei der Sache. Fragt man den zwöl•ährigen Adrian, wie lange er schon dabei ist, sagt der: „Eine ziemliche Ewigkeit …“ Für dessen Mama Karen ist „Grünes holen“ der fotografische Auftakt. Sie hält auch die Ringreiterei am Sonnabend und danach fliegende Männer auf den Höfen im Bild fest. Damit sind jene Sieger gemeint, die man schwungvoll hochleben lässt. 

Das alljährliche Pömmelter Volksfest wird mit einer uralten Tradition eingeläutet. Sie heißt kurz und unmissverständlich „Grünes holen“. Dazu zuckelte ein Trupp fideler junger und mittelalter Menschen Freitagnachmittag in den Zackmünder Busch, um Eichenlaub und Pappelholz zu schlagen. Karen Kappler hält das Geschehen seit Jahren fotografisch fest (oben links), Paul, Florian und Adrian (oben mitte) gehörten zu den jüngsten Mitmachern. Sascha Wenzel (oben rechts) aus Glinde sorgte für den rechten Sound. Mit drei Kremsern war man angeführt von Günter Bertram (unten links) losgefahren. Waldemar Butschek (unten rechts) ließ sein Ross vom Bier kosten. Fotos (5): Linßner 

 


Elbe-Saale Rundblick, 11 Oktober 2010

Am Freitag kutschierte Günter Bertram mit seinen Pferden Fee und Thea ein paar Ringreiter und den Ortsbürgermeister nach Magdeburg. Die Pömmelter erwiesen am Sonnabend den Westerhüsener Fuchsjägern Referenz. Letztere besuchen alle Jahre wiederdas Pömmelter Ringreiten im Sommer. Die Tour zum südlichen Teil der Landeshauptstadt dauerte etwa zwei Stunden. 


Wenn die Ringreit-Männer eingehakt durch die Straße marschieren

153. Ringreiten in Pömmelte mit Volksfest
   
Von Thomas Linßner
Elbe-Saale Rundblick, SBK 15 Juni 2010

     Es finden jährlich mehrere Dutzend Ringreitveranstaltungen im Landkreis statt. Doch das Pömmelter Reiten kommt der ursprünglichen Tradition am nächsten. Nach dem Stechen der Ringe und der Eigenart des „Würstchenschnappens“ wird der Galgen feierlich durchs Dorf getragen. Auf den Höfen der gastgebenden Teilnehmer lässt man die Reiterhelden hoch leben.  
   Pömmelte. Es ist schon ein Bild, das Geschlossenheit demonstriert: Dem Umzug voran schreiten eingehakt die Männer der „Interessengemeinschaft Ringreiten“ (IG). Dafür nehmen sie wie weiland Rudi Dutschke und dessen 68er die gesamte Straßenbreite ein.
„Zwei Stunden später ziehen sie singend durchs Dorf“
   Was zwei Gründe hat: Erstens verfehlt diese machtvolle Herrenbreitseite ihre optische Wirkung nicht, und zweitens muss die Straße aus praktischen Gründen frei gemacht werden. Denn es folgen Reiter,   die den zerlegten Ringreitgalgen auf den Schultern buckeln.
   Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Das Ringreiten findet am kommenden Sonnabend zum 153. Mal in Pömmelte statt.
   Das Volksfest beginnt bereits am Freitag, wenn gegen 15 Uhr die IG-Männer mit dem Kremser zum „Grünes Holen“ zuckeln. „Zwei Stunden später ziehen sie dann singend durchs Dorf“, sagt Bürgermeister Thomas Warnecke   voraus. Was nicht primär am Genuss geistiger Getränke liegt, sondern der guten Laune und Vorfreude geschuldet ist. Auf dieser Tour wird Reiterhauptmann Klaus Riemers Hof und die Gaststätte ‘Zur Eiche’ angefahren. Der Grund: Verzierung der Eingänge mit frischem Grün.
   Ab 19 Uhr klingt der erste Festtag auf dem Platz neben dem Dorfsaal bei Tanzmusik aus.
   Am nächsten Morgen treffen sich die Reiter auf dem Sport   platz, um Galgen und Reitbahn aufzubauen. Die Frauen der Volkssolidarität treffen sich, um für den Nachmittag einen Imbiss vorzubereiten, der Angelverein kümmert sich um die Kinderbetreuung für die Zeit des Reitens.
   „Ab 12.30 Uhr füllt sich dann langsam aber sicher der Platz zwischen Friedhof und Billy-Markt auf der alten Barbyer Straße mit Pferden und Reitern. Wir erwarten zwischen 60 und 70 Teilnehmer“, informiert Thomas Warnecke.  
   Nach dem Umzug durchs Dorf beginnt gegen 14 Uhr das Ringestechen. Dem folgt eine alte Pömmelter Tradition: das Würstchenschnappen. Sie endet für die Reiter fast immer feucht, da eimerweise Wasser verspritzt wird.
   „In unserem schönen, historischen Saal gibt es Kaffee und Kuchen. Dort spielt auch die Blaskapelle auf“, sagt Warnecke.
   Spätestens um 17 Uhr wird der Galgen durch die Reiter wieder abgerissen und durchs Dorf getragen. Auf den Höfen spielt Musik und es werden Preise an die Sieger verteilt.
   „Nach Verabschiedung der Blaskapelle und einer kurzen Verschnaufpause laden wir alle Bürger und Gäste ab 19 Uhr zum Reiterball in unseren herrlichen Saal ein“, so der Bürgermeister. Ab 20 Uhr spielt dort eine Kapelle bei freiem Eintritt.  
   Das Wochenende hat aber einen weiteren Höhepunkt: Es ist das 10. Fußballturnier um den Pokal des Bürgermeisters. Beginn ist Sonntag 10 Uhr. Sieben Mannschaften aus dem Dorf kämpfen um den Pokal. „Der neue Einheitsgemeinde-Bürgermeister Jens Strube hat es sich nicht nehmen lassen, einen neuen Pokal zu stiften“, teilt sein ehrenamtlicher Amtskollege mit.   

Der weit und breit seinesgleichen suchende „Galgen“ von Pömmelte. Nicht umsonst wurden die Pömmelter Reiterfreunde 1999 zur BUGA in Magdeburg verpflichtet, beim dortigen Ringreiten den Galgen zu bauen. Hier die Erbauer des vergangenen Jahres. Foto: Thomas Warnecke 

 



Die fliegenden Männer von den Höfen

Seit 152 Jahren wird in Pömmelte nach den Ringen gestochen/Besonderheit: Im Anschluss feiert man auf den Gehöften

Von Thomas Linßner 
Elbe-Saale Rundblick, SBK 16 Juni 2009


Schulterschluss bei Blasmusik. Die Männer der Interessengemeinschaft Ringreiten brauchten die gesamte Straßenbreite, als sie vom Reitplatz zu den Höfen marschierten. Fotos (2): Thomas Linßner

Es finden jährlich mehrere Dutzend Ringreitveranstaltungen im Landkreis statt. Doch das Pömmelter Reiten kommt der ursprünglichen Tradition am nächsten. Nach dem Stechen der Ringe und der Eigenart des „Würstchenschnappens“ wird der Galgen feierlich durchs Dorf getragen. Auf den Höfen der Teilnehmer lässt man die Reiterhelden hochleben. 

Pömmelte. Es ist schon ein Bild, das Geschlossenheit demonstriert: Dem Umzug voran schreiten eingehakt die Männer der „Interessengemeinschaft Ringreiten“. Dafür nehmen sie, wie weiland Ernst Thälmann und Genossen, die gesamte Straßenbreite ein.
   Was zwei Gründe hat: Erstens verfehlt diese machtvolle Herrenbreitseite ihre optische Wirkung nicht und zweitens wird die Straße auf diese Weise frei gemacht. Denn es folgen Reiter, die den zerlegten Ringreitgalgen auf den Schultern buckeln. Er wird alle Jahre wieder im ersten Hof der Dorfstraße eingelagert, wo Willi Schade und dessen Familie leben.
   Wenn die Reiter zwei Stunden zuvor noch stolz auf den Rücken ihrer Rösser saßen, fliegen sie auf Schades Hof etwas weniger elegant durch die Luft. Man lässt jene hochleben, die entweder Gastgeber oder erfolgreiche Wettkampfteilnehmer sind. Erster ist Manni Schade, der reitende Schmied. Er ist, wie es sich für diesen Beruf gehört, von kräftiger Statur. Seine Kameraden bewältigen ihn scheinbar mühelos. Dreimal wird Manni hoch geworfen, als hätte er das Formel-1-Rennen gewonnen.




















 
 
Auf den Höfen ließ man die Akteure hochleben.
Was bei diesem Reiter einfach war,
da er nur rund 70 Kilogramm wog.


Noch mehr Muskeln müssen die Werfer machen, als ein junger Gnadauer an der Reihe ist. Er gibt sein Gewicht mit 110 Kilogramm an. „Naja, da hat er dann aber seit letzter Woche zehn Kilo abgenommen“, witzelt ein Reitkamerad.
Auf den Höfen wird mit kleinen Schnäpsen auf die Sieger angestoßen. „Ist aber harmloses Zeug mit niedrigen Prozenten“, entschuldigt Reiterhauptmann Klaus Riemer. Da fleißige junge Damen die Tabletts schnell wieder auffüllen und drei Höfe auf dem Programm stehen, wird Riemers Hinweis nachvollziehbar. Schließlich sollen auf seinem Hof, der der letzte ist, auch noch Männer in die Luft geworfen und vor allen Dingen … aufgefangen werden. Was nach dem Genuss zu vieler geistiger Getränke schwierig werden könnte.
   Die Stimmung erinnert an eine Dorfhochzeit. Die Gommeraner Blasmusikanten haben ihren Anteil daran. Neben den Akteuren hat sich viel Volk eingefunden. Auch auf dem zweiten Hof, der Helmut Ritz gehört, ist das nicht anders. Hier wartet bereits eine ganze „Frauenbrigade“, wie jemand frotzelt, mit vollen Tabletts auf die Gäste.
  
 „So ursprünglich wie bei euch ist es sonst nirgendwo“

   Werner Thiemann, selbst Reiter und im Organisationsteam der Interessengemeinschaft, hält kurze Ansprachen, sagt, was jeweils Sache ist. So zum Beispiel, dass das Pömmelter Ringreiten zum 152. Mal stattfndet. Sogar im letzten Krieg hätte man keine Pause gemacht.
   Und Bürgermeister Thomas Warnecke ergänzt das historische Thema. Vor 152 Jahren seien junge Pömmelter Burschen bei einem Besuch des Breitenhagener Ringreitens so beeindruckt gewesen, dass sie es in Pömmelte einführten.
   Bis Mitte der 1990er Jahre fand der Wettkampf in der Dorfstraße statt, die als Pömmeltes heimliche Hauptstraße gilt. Bei trockenem Wetter eine staubige Angelegenheit, da die Straße zum Teil unbefestigt war. Heute ist der huffreundlichere Sportplatz Austragungsort.
   Letzter Hof ist der von Klaus Riemer (60). Der weiß gekleidete und violette Schärpe tragende Hauptmann sitzt bei Ringreiten seit 1962 im Sattel. Auch Vater und Großvater frönten dieser Passion.
   Bei Riemer finden die letzten Flugübungen statt, gibt es nicht nur Schnaps, sondern belegte Brote. Die Frauen der Volkssolidarität haben hunderte Schnittchen mit Selbstgeschlachtetem geschmiert.
   Auch Gnadau-Döbens erster Reiter und dortiger Hauptmann Wolfgang Schönebaum ist dabei. Am Ende des Tages wird er ohne jeglichen konkurrierenden Neid feststellen: „So ursprünglich wie bei euch ist das Ringreiten nirgendwo.“
 



„Ringreiten!?“ Höre ich da schon den einen oder anderen sagen. „Das macht doch jeder. Was ist da schon Besonderes?“

Ankündigung zu Ringreiten 2007, von Thomas W.

Ringreiten in Pömmelte ist eben was Besonderes.

Ringreiten fand es in Pömmelte auch statt, als es in vielen Dörfern des Landkreises schon fast vergessen wurde bzw. aus Mangel an Untersätzen (sprich: Pferden) gar nicht stattfinden konnte.
In den 70er Jahren fand es einmal mit lediglich 5 Reitern statt. Wenn man dagegen die heutigen Zahlen hört!! - 60 Teilnehmer und mehr sind keine Seltenheit.
Als nächstes für das besondere Ringreiten in Pömmelte steht, sicherlich durch andere Dörfer unbestritten, der schön mit üppig grünem Laub geschmückte Galgen. Eigens dafür fährt die Interessengemeinschaft der Ringreiter (zur Vereinsgründung hat es noch nicht gereicht) am Nachmittag davor mit einem Kremser und in diesem Jahr zusätzlich mit einer Kutsche in die Gemarkung und holt meist Pappelzweige zusammen. Diese werden dann am nächsten morgen verwendet um den Galgen zu schmücken. Diesmal startet der kleine Konvoi am Freitag um 15:00 Uhr.
Wenn dann der Abend früher im „kleinen“ Kreis in der „Eiche“ zu Ende ging war das in Ordnung.
In den letzten Jahren ist man dazu übergegangen, mit dem Dorf zusammen den Tag ausklingen zu lassen.
In diesem Jahr wird dazu sogar ab 18:00 Uhr Country Lifemusik auf der Wiese neben dem Saal geboten.
Der nächste morgen lässt die Reiter nicht ausschlafen. Zwischen 7:00 und 8:00 Uhr wird der Galgen aufgestellt und geschmückt. (Früher war das auch noch eine Stunde früher - aber das ist eben die Zeit) Er wird traditionell eingegraben und nicht, wie verschiedentlich gesehen, auf eine ausrangierte Felge aufgeschweißt.
Der Ablauf des obligatorischen Umzuges ab 13:00 Uhr durch das Dorf und das Reiten ist sicherlich wie in anderen Gemeinden. Zu diesem 150. wird es aber trotzdem eine Besonderheit geben:
Der Sieger des 100. Ringreitens und immer noch aktiv helfende Reiterfreund Paul Thomalla wird zusammen mit dem ebenfalls noch aktiven 100. Teilnehmer Willi Schade in einer Kutsche den Zug begleiten.
Spätestens nach dem Reiten wird es in Pömmelte wieder ein bisschen anders. Das traditionelle Würstchenschnappen bei dem jeder Reiter ohne Zuhilfenahme der Hände ein Würstchen aus einer mit Wasser gefüllten Schüssel schnappen muss.
Danach spielt dann die Blaskapelle für etwa eine Stunde im Saal, so dass die Reiter Ihre Pferde versorgen und ebenfalls noch einen kleinen Imbiss nehmen können.
Nach dem Imbiss sind die Reiter wieder gefragt: Gemeinsam und mit Musikbegleitung müssen sie den Galgen herausreißen und auf den Hof Schade in der Dorfstraße tragen, um ihn dort für das nächste Jahr abzulegen. Dort werden dann in diesem Jahr wieder erstmalig die ersten Preise für das Reiten vergeben.
Nachdem die Preisträger sich entsprechend erkenntlich gezeigt haben, geht es zum Hof Ritz ebenfalls in der Dorfstraße.
Da es mehrere Preisträger gibt, kann man auch dort wieder einige küren, nicht ohne sie auch gemeinsam in die Luft geworfen zu haben.
Zwischendurch wird immer wieder die Musik aufspielen.
Der letzte Hof ist der des Reiterhauptmanns Klaus Riemer. Dort sind dann für alle Teilnehmer am Zug schon am Vormittag belegte Brote von den rührigen Frauen der Volkssolidarität vorbereitet worden.
Erst damit ist der aktive Teil des Ringreitens abgeschlossen.
Für alle die gewillt sind, vor allem auch auswärtige Reiter (für Pömmelter Reiter ist es sowieso Pflicht), aber vor allem für die Pömmelter und Ihre Gäste ist es nun höchste Zeit, sich für den Reiterball im Saal fertig zu machen. – Ab 19:00 Uhr ist Einlass und um 20:00 Uhr beginnt ebenfalls wieder eine Lifekapelle zu spielen.
Für die Ringreiter mag dann das Wochenende gelaufen sein. Für den einen oder anderen Gast im Saal wird der Sonntag doch etwas anstrengender als sonst. Es findet das 7. Pömmelte Fußballturnier um den Pokal des Bürgermeisters statt. Zehn Mann-(bzw. Frau-)schaften sind schon gemeldet. Treffpunkt ist 9:00 Uhr erster Anstoß soll 10:00 Uhr sein.
Für Verpflegung ist gesorgt.

Die fünf Teilnehmer des Ringreitens 1978: Heinrich Schäfer, Klaus Riemer, 
Manfred („Manni“) Bettge, Werner Thiemann, Reinhard Gortol

Bild vom 50. Ringreiten, am rechten Bildrand der Hof Schade 
auf dem heute noch der Galgen verstaut wird


Der Umzug zum 75 jährigen Ringreiten. Scheinbar kein 
so gutes Wetter wie wir es für Samstag erwarten.


Reitfreund Hermann Krabbes unter dem Galgen des 100. Ringreitens


Galgenabriss 2004

 



Seit ca. 150 Jahren wird in Pömmelte im Frühjahr um Pfingsten das Ringreiten feierlich begangen.

Text von Werner T. (2006)

Ursprünglich sollten die Knechte und Landarbeiter motiviert werden, die bevorstehende harte und körperlich schwere Landarbeit mit Freude zu erfüllen.
Gleichzeitig wurde die Treue und der Stolz des Einzelnen, seinem Bauern dienen zu dürfen, dokumentiert.
Das eigentliche Ringreitfest beginnt am Vortag, wenn von der Reiterschar das schmückende Grün wie Eichenlaub und Pappelgehölz aus einem nahegelegenen Wald geholt wird.
In der Sonntagsfrühe werden die Pferde gestriegelt und geschmückt sowie das Reittor, der „Galgen“, aufgestellt und mit Festschmuck versehen.
Jeder, der den Mut hat, sich auf ein Pferd zu setzen und im starken Galopp in einer bis zu 100 m langen Bahn zu reiten, kann teilnehmen. Dabei muß der Reiter mit einem etwa 30 cm langen Holzstab einen am „Galgen“ aufgehängten Eisenring von ca. 5 cm Durchmesser herunterholen.
Nach dem Mittagsmahl stellt sich der Reiterzug zusammen, um unter fröhlicher Marschmusik durch das Dorf zum Kampfplatz zu ziehen. Dort begrüßt der Hauptmann die Reiterschar mit einem zünftigen Spruch, übernimmt das Kommando und prüft die Anzugsordnung der Reiter, die Sauberkeit der Stiefel und die Pflege der Pferde.
Hauptmann ist, wer der Sieger des vorjährigen Ringreitens war.
Die Blaskapelle stimmt Teilnehmer und Zuschauer richtig ein und unter ihren Klängen durchreiten die Kämpfer dreimal der Reihe nach das Tor. Schiedsrichter überwachen ihre Erfolge mit Liste und Bleistift.
Der Endkampf der besten steigert die Spannung nochmals.
Ist der Sieger ermittelt, hält nach der Preisverleihung ein Reitersmann die Dankesansprache.
Abends geht es zum Reiterball in den Festsaal.
Genau wie vor 150 Jahren findet dieses Ringreiten immer noch in Pömmelte statt.